5 Jahre ARCHE - ein besonderer Geburtstag
Am Freitag, den 21. Januar 2011 durften wir mit vielen Kindern und ehemaligen Mitarbeitern den fünften Geburtstag der Hamburger Arche feiern. Eine besondere Jubiläums-Kinderparty füllte die Bänke der Friedenskirche. Auch Bernd Siggelkow (Gründer der Arche) durfte bei diesem Fest nicht fehlen und war, wie immer, mit viel Spaß und Action bei der Sache. Es war ein richtig schönes Jubiläum mit viel Musik, tollen Spielen und einer besonderen Verlosung. Und was darf auf einer Geburtstagsfeier nicht fehlen? Eine Geburtstagstorte! Der Jugendbereich steuerte zu dem besonderen Anlass eine riesige Torte in Bootsform bei, die nach der Feier am Ausgang von den Kindern geplündert wurde. Mitarbeiter und Jugendliche hatten sie gemeinsam gestaltet. Außerdem wurde den Kindern erzählt, wie die Arche entstanden ist und wir durften gemeinsam auf fünf schöne Jahre zurückblicken. Auch wenn der Tod der kleinen Jessica ein tragischer Beginn der Arbeit in Jenfeld war, so kann man rückblickend sagen, dass etwas Wertvolles für die Kinder im Stadtteil daraus entstanden ist. Nachdem die Räume des Gemeindehauses der Friedenskirche schnell zu klein für die Anzahl der Kinder wurden, konnte nach knapp zwei Jahren, Ende 2007, ein wunderbares neues Haus mit großzügigen Räumen und vielen Spielmöglichkeiten auf demselben Gelände eröffnet werden. Über die räumlichen Vorteile hinaus konnte den Kindern viel Programm geboten werden. In den letzten fünf Jahren konnten sie an diversen Kursen, Workshops und anderen Angeboten teilnehmen. Sie erfreuten sich am Theater spielen, Tanzen, Schwimmen, Reiten, Basteln, Kochen und vielen weiteren Dingen. Einer der Schwerpunkte unserer Arbeit liegt auf den Ferien, da in dieser Zeit die Gelegenheit besteht, besondere Dinge mit den Kindern zu unternehmen. So konnten bereits viele Kinder an den fünf Sommer- und Herbstcamps teilnehmen und somit einen „Urlaub“ genießen, der ihnen sonst vielleicht nicht möglich gewesen wäre. Auch unser Hausaufgaben- und Nachhilfebereich ist in fünf Jahren enorm gewachsen und ca. 40-50 Kinder nehmen dieses Angebot täglich war. Berufsorientierung, Eltern- Training, Elterncafé, Hilfe bei Behördengängen, die Zusammenarbeit mit Schulen und anderen Institutionen sind nur einige Punkte, die die Arbeit der Arche in den letzten Jahren bereichert haben. Besonders dankbar sind wir allen Mitarbeitern und Spendern, die uns in den letzten fünf Jahren sehr unterstützt haben. Wir sind gespannt auf die nächsten fünf Jahre und freuen uns darüber, dass wir weiterhin unser Haus für viele Kinder öffnen dürfen. Viele Grüße aus der ARCHE Jana Ross... Die Arche und die Friedenskirche„Sie brachten aber auch die kleinen Kinder zu ihm, daß er sie anrühre. Als aber die Jünger es sahen, fuhren sie sie an. Jesus aber rief sie herbei und sprach: Laßt die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht! Denn solchen gehört das Reich Gottes.“ Die Bibel (Lukas 18,15-16). Situation der Kinderarbeit in der Friedenskirche in JenfeldSeit 10 Jahren bin ich in der Friedenskirche u.a. für Kinderarbeit zuständig. Es gibt in unserem Stadtteil Jenfeld auch eine Anzahl gesunder Familien und Kinder, die auf einem ihrem Alter entsprechenden Entwicklungsstand sind, jedoch ist mir zunehmend die materielle und emotionale Verwahrlosung vieler Kinder aufgefallen. Die materielle Verwahrlosung ist ablesbar an heruntergekommener Kleidung und an offensichtlicher Fehlernährung, die emotionale Verwahrlosung an manchen psychischen Auffälligkeiten. Insbesondere fehlt es einer Vielzahl von Kindern an einem gesunden Selbstbewußtsein. Es sind eher Parolen wie „Du bist nichts.“, „Du kannst nichts.“ und „Aus dir wird nie was werden.“ von Eltern und anderen Erwachsenen, die die Selbsteinschätzung dieser Kinder bestimmen. Im Hintergrund stehen hier als Ursachen zunehmende Kinderarmut sowie auch eine stetig anwachsende Anzahl von Fällen sexuellen Mißbrauchs. Konventionelle Maßnahmen wie die Herausgabe einfacher Speisen bei Kindergruppentreffen und die Betonung des Wertes, den jeder Mensch aufgrund seines Geschaffenseins durch Gott hat, konnten hier nicht nachhaltig gegensteuern. Erstens wurde bei uns eine für kirchliche Kinderarbeit zwar normale bzw. sogar sehr erfreuliche (wöchentlich bis zu 35 Kinder in Kinderkirche, Jungschar und Kinderchor), aber in Bezug auf den Stadtteil im Grunde zu vernachlässigende Anzahl von Kindern erreicht, zweitens steht den ein oder zwei wöchentlichen Gruppentreffen immer noch ein weit größerer Zeitanteil im heimischen, oft destruktiven Umfeld entgegen. Es ist zwar gelungen, bei einzelnen Kindern nachhaltige pädagogische und geistliche Wirkungen zu erzielen, dennoch blieb bei mir sehr oft ein Bewußtsein der Hilflosigkeit im Hinblick auf die anwachsende Not unter den Kindern zurück. Die Arche in BerlinVor gut 10 Jahren erwuchs aus einem ursprünglich geplanten Gemeindegründungsprojekt in einem Stadtteil des ehemaligen Ost-Berlin das christliche Kinder- und Jugendwerk Arche (www.kinderprojekt-arche.de). Entstanden im Wohnzimmer des Pastors Bernd Siggelkow, entwickelte sich hier eine überkonfessionelle Arbeit unter Kindern und Jugendlichen, die täglich von ca. 300 Personen in Anspruch genommen wird. Von vornherein war das Ziel des Projektes, Kindern die Liebe Gottes in Wort und Tat nahezubringen. Die geistliche und theologische Grundlage der Arche ist die Erklärung der Evangelischen Allianz, sie ist Mitglied im Diakonischen Werk. Die hauptamtlichen Mitarbeiter der Arche sind praktizierende Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften (; Siggelkow selber ist trotz seiner zeitweiligen Arbeit für Freikirchen und freie Werke Mitglied der Evangelischen Landeskirche). Die Arbeit der Arche beinhaltet das Angebot eines kostenlosen Mittagessens, individuelle Begleitung der Kinder einschließlich ihrer Familien (; Arche will Familienergänzung, nicht Familienersatz sein), Hausaufgabenhilfe, verschiedene pädagogisch sinnvolle Freizeitangebote sowie das Angebot der Vermittlung des christlichen Glaubens. Dies geschieht in verschiedenen geistlichen Angeboten sowie insbesondere in der wöchentlich stattfindenden „Kinderparty“, einem die Prinzipien von Willow Creek und Bill Wilsons Metro-Church (größte Kinderkirche der Welt in New York) verbindender Kindergottesdienst. Jessicas TodAm 1. März 2005 starb im Brieger Weg im Bereich der Friedenskirche die siebenjährige Jessica in der Wohnung ihrer Eltern, die sie dort abgeschirmt von der Außenwelt gehalten hatten und sie zum Schluß verhungern ließen. Dieses Ereignis löste eine bundesweite Aufmerksamkeit für unseren Stadtteil aus. Auch die Friedenskirche kam durch die spontane Errichtung eines Seelsorgezentrums im Einkaufszentrum JEN in der Woche nach Jessicas Tod und durch die Ausrichtung eines Trauergottesdienstes und der Beerdigung positiv sowie durch meine Besuche bei Jessicas Eltern im Gefängnis umstritten, aber profiliert in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Für mich selbst verstärkte sich durch Jessicas Tod der oben geschilderte Eindruck von der Situation von Kindern im Umfeld der Gemeinde und ließ mich dringlich um eine irgendwie geartete Intensivierung der Kinderarbeit beten. Die Arche in der FriedenskircheIm Mai 2005 las ich in der Zeitschrift „stern“ einen Artikel über die mir bis dahin unbekannte Arche in Berlin-Hellersdorf. Ich war spontan begeistert von diesem Werk, da ich meinte, etwas ähnliches in unserem Stadtteil könnte die Antwort auf meine Gebete und ein entscheidender Schritt zu positiven Veränderung der Lebenssituation vieler Kinder sein. Deshalb nahm ich Kontakt nach Berlin auf; meine Überlegung war, eventuell ein ähnliches Projekt in Jenfeld aufzubauen. Bei meinem Besuch in Berlin-Hellersdorf entstand jedoch ein anderer Gedanke. Seit etwa einem Monat hatten die Leiter der Arche den Eindruck, daß es richtig sei, auch in Hamburg eine Arche aufzubauen. So stand die Idee einer Arche in der Friedenskirche im Raum. Diese Konstruktion sollte aus zwei Perspektiven unterschiedlich beschreibbar, aber dennoch für beide Seiten fruchtbar sein. Aus Sicht der Arche bedeutet dies, daß sie sich nach Hamburg ausweitet um ihrem Auftrag gemäß auch in unserer Stadt Kindern die Liebe Gottes in Wort und Tat nahezubringen. Die Friedenskirche sollte dabei der Kooperationspartner sein, der den Kindern den geschützten Raum Gemeinde als Lebensraum zur Verfügung stellt und Kindern den gleitenden Übergang in eine lebendige Gemeinde ermöglicht. Aus Sicht der Friedenskirche tut die Arche den der Friedenskirche von ihrem Herrn aufgetragenen Dienst im Bereich der missionarisch-diakonischen Kinderarbeit. Ähnlich der Konstruktion der Zusammenarbeit mancher Kirchengemeinden mit dem CVJM bildet die Arche einen Arm der Gemeindearbeit der Friedenskirche. Dabei finanziert sich die Arche komplett selbst und ist auch z.B. in Personalentscheidungen völlig autark. Die Friedenskirche unterstützt die Arbeit der Arche in Gebet und auf manche praktische Weise, damit diese den Kindern Jenfelds dienen kann. Die bisherige Entwicklung der Arbeit der Arche in JenfeldAm dritten Advent wurde die Arche Jenfeld mit einem feierlichen Gottesdienst in der Friedenskirche eröffnet. Im Januar begann die Arbeit mit den Kindern. Die Arche hat drei hauptamtliche und zwei nebenamtliche Mitarbeiter sowie gut 15 ehrenamtliche Mitarbeiter. Zudem ist der Projektleiter der Gesamtarche, Bernd Siggelkow, mindestens 1 bis 2 Tage in der Woche in Jenfeld tätig; die Arche hat ihm mittlerweile auch eine kleine Wohnung im Denksteinweg gemietet. Täglich 60 bis 120 Kinder besuchen die Arche während ihrer Öffnungszeiten werktäglich von 13.00 bis 18.00 Uhr. Ca. 50 Kinder nehmen täglich das kostenlose Mittagessen in Anspruch. Der Gottesdienst für Kinder, die „Kinderparty“, findet in der Friedenskirche statt und hat an den meisten Donnerstagen knapp 200 Besucher. Mindestens 5 Kindern ist bereits aus bzw. in sehr bedrohlichen häuslichen Situationen konkret geholfen worden. Am Donnerstag, dem 22. Juni 2006, erschien der letzte Bericht über die Arche Jenfeld in der überregionalen Tageszeitung „Frankfurter Rundschau. Beim Hoffest der Arche am vergangenen Freitag auf dem Gelände der Friedenskirche waren von mir geschätzte 1000 Kinder mit ihren Eltern zu Gast. Als Helfer waren neben den Arche-Mitarbeitern 30 Bedienstete des neugewonnenen Sponsors Unilever tätig. Theologische AbschlussbemerkungSeit jeher war es eines der größten Anliegen der Christen – im Gehorsam gegenüber Gottes Wort und dem Vorbild Jesu - Menschen in Not, besonders auch Kindern, praktisch und konsequent die Liebe Gottes nahe zu bringen. Deshalb waren es sehr häufig Christen, und zwar gerade Christen aus den Erweckungsbewegungen, die soziale Nöte als erste erkannten und sich ihnen in Gebet und praktischer Liebe stellten. So waren es im Mittelalter Orden, die sich der Krankenpflege widmeten, August Herrmann Francke gründete die Franckeschen Stiftungen in Halle, Johann Hinrich Wichern das Rauhe Haus in Hamburg, Georg Müller Kinderheime in Bristol. Sie und viele andere gläubige Christen waren Pioniere, deren Arbeit diakonisch-missionarisch die Liebe Gottes zu den Menschen erfahrbar gemacht hat und die durch ihre Initiativen ein gesellschaftliches Bewußtsein für die entsprechenden Nöte geweckt haben. Hierin konkretisiert sich das Wort Jesu: Ihr seid das Salz der Erde ... Ihr seid das Licht der Welt. (Matthäus 5,13+14). Eine der Nöte unserer Tage ist die wachsende Kinderarmut und -verwahrlosung, der wir uns mit der Kooperation Arche-Friedenskirche stellen. Wie könnten wir denn auch diese Chance nicht nutzen, um den Kindern so zu begegnen wie Jesus es getan hat. Mit jedem Kind, das wir in die Arche und in die Gemeinde holen, mit jedem Kind, dem in seiner Not geholfen wird, bauen wir sein Reich in unserem Stadtteil und in dieser Welt. Durch die Kooperation Arche-Friedenskirche stellen wir uns in Wort und Tat an die Seite der Kinder. Jesus Christus spricht: „Wenn jemand ein solches Kind aufnehmen wird in meinem Namen, nimmt er mich auf.“ (Matthäus 18,5). Diese Chance haben wir ergriffen. Pastor Thies Hagge, Hamburg-Jenfeld am 29.06.2006 Aktuelle Termine der Arche06.12.2011 22.12.2011 23.12.2011 2.1.-7.1.2012 12.-16.3. 2012 Spenden und MitarbeitDie Arche kann immer gut erhaltene Kinderkleidung, neues Spielzeug und Geldspenden benötigen! Interessierte an einer ehrenamtlichen Arbeit können sich gerne melden! Kontaktwww.kinderprojekt-arche.de Kontakt Arche Jenfeld: Görlitzer Str. 10 Bankverbindung:
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