Arche Jenfeld

Archesicht

ARCHE HAMBURG NEWS
 
Die ARCHE Hamburg wird weiterhin täglich von mindestens 60 bis 80 Kindern im Alter von 4 bis 12 Jahren besucht. Auch für die Heranwachsenden gibt es Gruppen, in denen sie ein spannendes Actionprogramm erleben und eine Anlaufstelle für ihre Interessen und Bedürfnisse haben. Hier sind wir dankbar über die konstruktive Zusammenarbeit mit der Ev.-luth. Friedenskirchen- gemeinde. Der Hausaufgabenbereich wurde erweitert durch gezielte Einzel- nachhilfeangebote und verlängerte Öffnungszeiten der Hausaufgabenbetreuung
vor allem auch für ältere Schüler versuchen wir, dem immensen Bedarf an schulischer Unterstützung gerecht zu werden. Dieses Angebot wird von den Jungs und Mädchen sehr geschätzt und rege in Anspruch genommen.
Auch Eltern lieben die ARCHE – sie sind gerngesehene, spontane Gäste, die im Alltagsbetrieb vorbeischneien. Daneben gibt es zweimal wöchentlich eine Sprechstunde, wo sie ihre Anliegen und Fragen zu bürokratischen oder persönlichen Anliegen mitbringen. Oft entsteht aus solchen Gesprächen ein näherer, persönlicher Kontakt und Einzelbegleitung über einen längeren Zeitraum. Über 80 % der ARCHE-Familien in Hamburg haben einen Migrationshintergrund. Einmal wöchentlich treffen sich Mütter, vor allem mit jüngeren Kindern, zu einer Deutschkonversationsstunde. Viele Anliegen, die auch das Zusammenleben und die Familien beeinflussen, können dort thematisiert werden. Darüber hinaus treffen sich Eltern verschiedenster Nationalitäten einmal monatlich zu einem gemütlichen Frühstück und Austausch. Der Kontakt zu Familien ist integraler Bestandteil der Arbeit geworden, denn wirkliche Veränderung geschieht nur, wenn alle Mitglieder der Familie gestärkt werden können.

                         

Voltigierkurs fördert ARCHE-Kinder

Seit Januar 2009 bietet die ARCHE für sechs Kinder einen Voltigierkurs an. Die Kinder lieben die Zeit auf dem Reiterhof. Die Übungsstunden haben Wirkung: Aischa ist jetzt schon viel selbstbewusster.

Die ARCHE in Hamburg hat sich seit Anfang des Jahres verstärkt Gedanken gemacht, wie sie ein­zelnen Kindern helfen kann, die extreme Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Wir haben viele Angebote, die eine breite Gruppe von Kindern ansprechen, wie z.B. die Hausauf­gabenhilfe, das Mittagessen, die Kinderparty, unsere Camps und Ausflüge u.v.m  Dabei ist unserem Team aufgefallen, dass einzelne Kinder noch einmal ein beson­deres Defizit an Aufmerksamkeit zeigen. Um dem zu begegnen und um zu helfen, ihre Auffälligkeiten zu minimieren, haben wir z.B. ein Voltigierprojekt ins Leben geru­fen. Unsere Mitarbeiterin Sandra Heidrich, die dieses Projekt beglei­tet, berichtet:

Seit dem 14. Januar findet einmal wöchentlich am Mittwochnachmittag der Voltigierkurs der Ham­burger ARCHE auf einem nahe gelegenen befreundeten Reiterhof statt. Sechs verhaltensauffällige Kinder wurden ausgesucht, um über einen Zeitraum von einem halben Jahr, auf diesem Wege intensiv gefördert zu werden.

Das Projekt wurde gut von den Kindern angenommen und wird auch von außenstehenden Kindern begeistert betrachtet.

Anfangs waren die Kinder noch unsicher im Umgang mit dem Pferd und bei den verschiedenen Übun­gen. Inzwischen ist eine gewisse Routine im Ablauf und Sicherheit bei den Kindern zu erkennen. Sie sind vertrauter mit dem Pferd geworden und kennen sich gut mit den Regeln aus. Sie haben sich schnell an die Abläufe, wie z.B. das Putzen des Pferdes, das Entfernen der Pferdeäpfel und die verschie­denen Übungen auf dem Pferd, gewöhnt
.
Die Kinder dürfen immer wieder neue Übungen auf dem Pferd ausprobieren und bauen auf ihrem Erlernten auf. Zur Zeit arbeiten wir langsam daran, eine Struktur und feste Übungen für die am 8. Juli geplante Vorführung für die Eltern zu fInden. Die Kinder freuen sich schon, ihr Können zeigen zu dürfen.

Die motorischen Fähigkeiten der Kinder haben sich in der Zwischen­zeit deutlich verbessert und auch ihre Selbstsicherheit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben durch die Erfolge auf dem Pferd/in der Voltigierstunde zugenommen.

Besonders Aischa (Name geändert) hat eine positive Entwicklung durch das Voltigieren gemacht. Sie war anfangs noch sehr zögerlich, traute sich selbst nicht viel zu und hatte teils Berührungsängste mit dem Pferd (z.B. bezüglich Geruch, Pferd­äpfel, etc.). Ihre Berührungsängste sind der Neugier gewichen. Sie macht alle Übungen mit, ist interes­siert, aufmerksam und während der Reitstunde weniger abgelenkt als zuvor. Zu Beginn musste sie viel er­mutigt werden, inzwischen möchte sie am häufigsten (von allen) aufs Pferd. Sie hat durch diesen Kurs ein stärkeres Selbstvertrauen bekom­men.

Wir freuen uns, dass wir diese Möglichkeit durch unseren Freun­deskreis in Hamburg finanzieren konnten und bedanken uns ganz herzlich bei den Spendern. Natür­lich gilt unser Dank Gott, der auch durch solche Projekte den Kindern persönlich begegnet.

Die Arche und die Friedenskirche
 

„Sie brachten aber auch die kleinen Kinder zu ihm, daß er sie anrühre. Als aber die Jünger es sahen, fuhren sie sie an. Jesus aber rief sie herbei und sprach: Laßt die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht! Denn solchen gehört das Reich Gottes.“
Die Bibel (Lukas 18,15-16).

Situation der Kinderarbeit in der Friedenskirche in Jenfeld
Seit 10 Jahren bin ich in der Friedenskirche u.a. für Kinderarbeit zuständig. Es gibt in unserem Stadtteil Jenfeld auch eine Anzahl gesunder Familien und Kinder, die auf einem ihrem Alter entsprechenden Entwicklungsstand sind, jedoch ist mir zunehmend die materielle und emotionale Verwahrlosung vieler Kinder aufgefallen. Die materielle Verwahrlosung ist ablesbar an heruntergekommener Kleidung und an offensichtlicher Fehlernährung, die emotionale Verwahrlosung an manchen psychischen Auffälligkeiten. Insbesondere fehlt es einer Vielzahl von Kindern an einem gesunden Selbstbewußtsein. Es sind eher Parolen wie „Du bist nichts.“, „Du kannst nichts.“ und „Aus dir wird nie was werden.“ von Eltern und anderen Erwachsenen, die die Selbsteinschätzung dieser Kinder bestimmen. Im Hintergrund stehen hier als Ursachen zunehmende Kinderarmut sowie auch eine stetig anwachsende Anzahl von Fällen sexuellen Mißbrauchs. Konventionelle Maßnahmen wie die Herausgabe einfacher Speisen bei Kindergruppentreffen und die Betonung des Wertes, den jeder Mensch aufgrund seines Geschaffenseins durch Gott hat, konnten hier nicht nachhaltig gegensteuern. Erstens wurde bei uns eine für kirchliche Kinderarbeit zwar normale bzw. sogar sehr erfreuliche (wöchentlich bis zu 35 Kinder in Kinderkirche, Jungschar und Kinderchor), aber in Bezug auf den Stadtteil im Grunde zu vernachlässigende Anzahl von Kindern erreicht, zweitens steht den ein oder zwei wöchentlichen Gruppentreffen immer noch ein weit größerer Zeitanteil im heimischen, oft destruktiven Umfeld entgegen. Es ist zwar gelungen, bei einzelnen Kindern nachhaltige pädagogische und geistliche Wirkungen zu erzielen, dennoch blieb bei mir sehr oft ein Bewußtsein der Hilflosigkeit im Hinblick auf die anwachsende Not unter den Kindern zurück.

Die Arche in Berlin
Vor gut 10 Jahren erwuchs aus einem ursprünglich geplanten Gemeindegründungsprojekt in einem Stadtteil des ehemaligen Ost-Berlin das christliche Kinder- und Jugendwerk Arche (www.kinderprojekt-arche.de). Entstanden im Wohnzimmer des Pastors Bernd Siggelkow, entwickelte sich hier eine überkonfessionelle Arbeit unter Kindern und Jugendlichen, die täglich von ca. 300 Personen in Anspruch genommen wird. Von vornherein war das Ziel des Projektes, Kindern die Liebe Gottes in Wort und Tat nahezubringen. Die geistliche und theologische Grundlage der Arche ist die Erklärung der Evangelischen Allianz, sie ist Mitglied im Diakonischen Werk. Die hauptamtlichen Mitarbeiter der Arche sind praktizierende Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften (; Siggelkow selber ist trotz seiner zeitweiligen Arbeit für Freikirchen und freie Werke Mitglied der Evangelischen Landeskirche). Die Arbeit der Arche beinhaltet das Angebot eines kostenlosen Mittagessens, individuelle Begleitung der Kinder einschließlich ihrer Familien (; Arche will Familienergänzung, nicht Familienersatz sein), Hausaufgabenhilfe, verschiedene pädagogisch sinnvolle Freizeitangebote sowie das Angebot der Vermittlung des christlichen Glaubens. Dies geschieht in verschiedenen geistlichen Angeboten sowie insbesondere in der wöchentlich stattfindenden „Kinderparty“, einem die Prinzipien von Willow Creek und Bill Wilsons Metro-Church (größte Kinderkirche der Welt in New York) verbindender Kindergottesdienst.

Jessicas Tod
Am 1. März 2005 starb im Brieger Weg im Bereich der Friedenskirche die siebenjährige Jessica in der Wohnung ihrer Eltern, die sie dort abgeschirmt von der Außenwelt gehalten hatten und sie zum Schluß verhungern ließen. Dieses Ereignis löste eine bundesweite Aufmerksamkeit für unseren Stadtteil aus. Auch die Friedenskirche kam durch die spontane Errichtung eines Seelsorgezentrums im Einkaufszentrum JEN in der Woche nach Jessicas Tod und durch die Ausrichtung eines Trauergottesdienstes und der Beerdigung positiv sowie durch meine Besuche bei Jessicas Eltern im Gefängnis umstritten, aber profiliert in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Für mich selbst verstärkte sich durch Jessicas Tod der oben geschilderte Eindruck von der Situation von Kindern im Umfeld der Gemeinde und ließ mich dringlich um eine irgendwie geartete Intensivierung der Kinderarbeit beten.

Die Arche in der Friedenskirche
Im Mai 2005 las ich in der Zeitschrift „stern“ einen Artikel über die mir bis dahin unbekannte Arche in Berlin-Hellersdorf. Ich war spontan begeistert von diesem Werk, da ich meinte, etwas ähnliches in unserem Stadtteil könnte die Antwort auf meine Gebete und ein entscheidender Schritt zu positiven Veränderung der Lebenssituation vieler Kinder sein. Deshalb nahm ich Kontakt nach Berlin auf; meine Überlegung war, eventuell ein ähnliches Projekt in Jenfeld aufzubauen. Bei meinem Besuch in Berlin-Hellersdorf entstand jedoch ein anderer Gedanke. Seit etwa einem Monat hatten die Leiter der Arche den Eindruck, daß es richtig sei, auch in Hamburg eine Arche aufzubauen. So stand die Idee einer Arche in der Friedenskirche im Raum. Diese Konstruktion sollte aus zwei Perspektiven unterschiedlich beschreibbar, aber dennoch für beide Seiten fruchtbar sein. Aus Sicht der Arche bedeutet dies, daß sie sich nach Hamburg ausweitet um ihrem Auftrag gemäß auch in unserer Stadt Kindern die Liebe Gottes in Wort und Tat nahezubringen. Die Friedenskirche sollte dabei der Kooperationspartner sein, der den Kindern den geschützten Raum Gemeinde als Lebensraum zur Verfügung stellt und Kindern den gleitenden Übergang in eine lebendige Gemeinde ermöglicht. Aus Sicht der Friedenskirche tut die Arche den der Friedenskirche von ihrem Herrn aufgetragenen Dienst im Bereich der missionarisch-diakonischen Kinderarbeit. Ähnlich der Konstruktion der Zusammenarbeit mancher Kirchengemeinden mit dem CVJM bildet die Arche einen Arm der Gemeindearbeit der Friedenskirche. Dabei finanziert sich die Arche komplett selbst und ist auch z.B. in Personalentscheidungen völlig autark. Die Friedenskirche unterstützt die Arbeit der Arche in Gebet und auf manche praktische Weise, damit diese den Kindern Jenfelds dienen kann.

Die bisherige Entwicklung der Arbeit der Arche in Jenfeld
Am dritten Advent wurde die Arche Jenfeld mit einem feierlichen Gottesdienst in der Friedenskirche eröffnet. Im Januar begann die Arbeit mit den Kindern. Die Arche hat drei hauptamtliche und zwei nebenamtliche Mitarbeiter sowie gut 15 ehrenamtliche Mitarbeiter. Zudem ist der Projektleiter der Gesamtarche, Bernd Siggelkow, mindestens 1 bis 2 Tage in der Woche in Jenfeld tätig; die Arche hat ihm mittlerweile auch eine kleine Wohnung im Denksteinweg gemietet. Täglich 60 bis 120 Kinder besuchen die Arche während ihrer Öffnungszeiten werktäglich von 13.00 bis 18.00 Uhr. Ca. 50 Kinder nehmen täglich das kostenlose Mittagessen in Anspruch. Der Gottesdienst für Kinder, die „Kinderparty“, findet in der Friedenskirche statt und hat an den meisten Donnerstagen knapp 200 Besucher. Mindestens 5 Kindern ist bereits aus bzw. in sehr bedrohlichen häuslichen Situationen konkret geholfen worden. Am Donnerstag, dem 22. Juni 2006, erschien der letzte Bericht über die Arche Jenfeld in der überregionalen Tageszeitung „Frankfurter Rundschau. Beim Hoffest der Arche am vergangenen Freitag auf dem Gelände der Friedenskirche waren von mir geschätzte 1000 Kinder mit ihren Eltern zu Gast. Als Helfer waren neben den Arche-Mitarbeitern 30 Bedienstete des neugewonnenen Sponsors Unilever tätig.

Theologische Abschlußbemerkung
Seit jeher war es eines der größten Anliegen der Christen – im Gehorsam gegenüber Gottes Wort und dem Vorbild Jesu - Menschen in Not, besonders auch Kindern, praktisch und konsequent die Liebe Gottes nahe zu bringen. Deshalb waren es sehr häufig Christen, und zwar gerade Christen aus den Erweckungsbewegungen, die soziale Nöte als erste erkannten und sich ihnen in Gebet und praktischer Liebe stellten. So waren es im Mittelalter Orden, die sich der Krankenpflege widmeten, August Herrmann Francke gründete die Franckeschen Stiftungen in Halle, Johann Hinrich Wichern das Rauhe Haus in Hamburg, Georg Müller Kinderheime in Bristol. Sie und viele andere gläubige Christen waren Pioniere, deren Arbeit diakonisch-missionarisch die Liebe Gottes zu den Menschen erfahrbar gemacht hat und die durch ihre Initiativen ein gesellschaftliches Bewußtsein für die entsprechenden Nöte geweckt haben. Hierin konkretisiert sich das Wort Jesu: Ihr seid das Salz der Erde ... Ihr seid das Licht der Welt. (Matthäus 5,13+14). Eine der Nöte unserer Tage ist die wachsende Kinderarmut und -verwahrlosung, der wir uns mit der Kooperation Arche-Friedenskirche stellen.
Wie könnten wir denn auch diese Chance nicht nutzen, um den Kindern so zu begegnen wie Jesus es getan hat. Mit jedem Kind, das wir in die Arche und in die Gemeinde holen, mit jedem Kind, dem in seiner Not geholfen wird, bauen wir sein Reich in unserem Stadtteil und in dieser Welt. Durch die Kooperation Arche-Friedenskirche stellen wir  uns in Wort und Tat an die Seite der Kinder.
Jesus Christus spricht: „Wenn jemand ein solches Kind aufnehmen wird in meinem Namen, nimmt er mich auf.“ (Matthäus 18,5). Diese Chance haben wir ergriffen.

Pastor Thies Hagge, Hamburg-Jenfeld am 29.06.2006

http://hamburg.kinderprojekt-arche.de/arche_hamburg.htm
Ansprechpartner: Tobias Lucht E-Mail: lucht@kinderprojekt-arche.de

 

Kontakt Arche Jenfeld:
(Achtung: neue Telefonnummer!)

Barsbütteler Str. 7
22043 Hamburg
Fon: 040/4506340-0
Fax: 040/4506340-11
lucht@kinderprojekt-arche.de
siggelkow@kinderprojekt-arche.de

Bankverbindung:
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 100 205 00
Konto 30 30 103

 

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